Amazon Partnernet: Höhere Provisionen bei Drittanbietern

Amazon Partnernet: Höhere Provisionen bei Drittanbietern

 

Es gibt so Dinge, über die macht man (in diesem Fall: Ich) sich keine Gedanken. Ein solcher Fall ist sind steuerlichen Details der Provisionen bei Amazon. Zahlt Amazon die Provisionen eigentlich auf Brutto- oder Netto-Beträge? Gibt es da Unterschiede und Sonderfälle? Was ändert sich dadurch, dass Amazon in Luxemburg ansässig ist?

Eben bin ich dann zum ersten mal über die Zahlen im Amazon Partnernet gestolpert und dabei ist mir zusammen mit einigen Kollegen ein kleines, aber interessantes Detail aufgefallen: Amazon zahlt bei Drittanbietern prozentual gesehen höhere Provisionen. Warum das so sein könnte und was das für einen Effekt hat, darum soll es in diesem kurzen Artikel gehen.

Disclaimer: Keine Ahnung von Steuer
In diesem Artikel wird es u.A. um das Thema Steuern gehen. Ich bin da bei weitem kein Profi und darf dich da natürlich auch nicht beraten. Alle Aussagen in dem Artikel sind lediglich meine laienhafte Einschätzung.

Verkaufspreise: Krumme Zahlen bei Amazon, glatte Beträge bei Drittanbietern

Wenn du einen Blick in deine Abrechnungen im Amazon Partnernet wirfst, wirst du feststellen, dass Produkte von Amazon oft mit krummen Beträgen und Produkte von Drittanbietern oft mit „runden“ Beträgen verprovisioniert werden.

Screenshot aus dem Amazon Partnernet

Ich habe mir da bisher kein großen Gedanken drüber gemacht und es auch nicht wirklich registriert. Aber was sieht man eigentlich, wenn man sich die Produktpreise der oben gezeigten Artikel bei Amazon anschaut?

  • 1. Produkt: 8,95 Euro
  • 2. Produkt: 19,90

Während beim ersten Produkt (Verkauf durch Amazon.de) der Preis nicht übereinstimmt, passt der Preis beim zweiten Produkt (Verkauf durch Drittanbieter) der Preis genau. Aber warum eigentlich?

Des Rätsels Lösung: Mehrwertsteuer

Steuerfragen geben viele Selbständige nicht umsonst gerne weiter an einen Steuerberater. Man macht sich ungern Gedanken darüber.

In diesem Fall kann es aber helfen, denn der Grund für die Ungleichmäßigkeiten ist die Mehrwertsteuer: Amazon zieht von den eigenen (Brutto-)Preisen die Mehrwertsteuer ab, bevor die Provision für den Affiliatepartner berechnet wird: 8,95 Euro / 1,19 = 7,52 Euro. Die Provision wird also vom Nettopreis ausgehend berechnet.

Also: Von den offiziellen Preisen (Verkauf durch Amazon) wird die Mehrwertsteuer in Höhe von 19% (bei Büchern auch 7%) abgezogen, bevor du deine Provision nach der offiziellen Provisionstabelle berechnet bekommst.

Und was ist mit den Drittanbietern?

Wenn ein Artikel über einen Drittanbieter verkauft wird, bekommst du allerdings die Provision direkt aus dem Bruttopreis berechnet. Also noch inklusive der Mehrwertsteuer.

Zahlt der Drittanbieter also keine Steuern? Doch, natürlich zahlt er Steuern. Allerdings ist das Verhältnis zwischen dem in Luxemburg ansässigen Amazon und dem in Deutschland sitzenden Händler ein B2B-Verhältnis, also ein Beziehung von Geschäftskunde zu Geschäftskunde. Der Drittanbieter ist für das Abführen der Mehrwertsteuer selber verantwortlich – Amazon hat damit nichts zu tun.

Amazon macht es sich hier einfach und berechnet den eigenen Anteil für den Verkauf von Produkten (standardmäßig etwa 15%) und auch deine Affiliate-Provision einfach vom Bruttopreis. Um alles andere muss sich der Verkäufer kümmern, Amazon reicht den Posten einfach durch.

Und was bedeutet das für dich?

Das bedeutet: Du bekommst auf Produkte, die von Drittanbietern verkauft werden, eine höhere Verkaufsprovision. Und zwar eine um meist 19% höhere Verkaufsprovision. Das ist schon ein Menge Geld, dass sich da mit der Zeit ansammeln kann.

Und das hat keine Nachteile?

Doch, leider schon. Denn: Die Conversionraten sind bei „Verkauf und Versand durch Amazon“ und vor allem bei dem beliebten Prime-Logo deutlich höher. Deshalb lohnt es nur bedingt, ausschließlich Drittanbieter zu bewerben, die Versand und Verkauf selber regeln. Genau Zahlen habe ich dazu aber leider nicht.

Es gibt allerdings dennoch Möglichkeiten, diesen Provisionsunterschied positiv für dich zu nutzen – die letzten 10% darfst du jetzt aber selber denken…. 😉

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Über Lukas Kurth 55 Artikel
Ich bin Lukas, bin Student und berichte hier mehr oder weniger regelmäßig darüber, wie ich den einen oder anderen Euro im Internet verdiene. Ich bin übrigens kein Guru und kein Experte. Sollte sich das ändern, sage ich natürlich sofort Bescheid.
Kontakt: Webseite

2 Kommentare zu Amazon Partnernet: Höhere Provisionen bei Drittanbietern

  1. Hey Lukas, vielen Dank für diese Anregung. Eine weitere Stellschraube, um die Einnahmen zu erhöhen. Gut recherchiert und leichtverständlich rübergebracht. Ich bin mir sicher einige werden nochmal ihre Linkquellen prüfen. 😉

  2. Wollte einfach mal ein Danke dalassen!

    Nachdem ich mich neulich wieder etwas intensiver mit Amazon beschäftigt habe, ist mir dies nämlich auch aufgefallen. Nun habe ich meine Bestätigung…

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