Hub Pages in WordPress: So funktioniert deine Silostruktur auch auf URL-Ebene

Hubpages in Wordpress: So funktioniert deine Silo-Struktur auch auf URL-Ebene

Eine Website in einer sogenannten Silo-Struktur einzurichten, ist nichts wirklich Neues. Dennoch wird es, insbesondere bei Nischenseiten, eher selten angewendet. Generell werden sinnvolle Website-Strukturen gerade bei Anfängern oft vernachlässigt.

Eine gute Möglichkeit, deine Nischenseite (oder auch deinen Blog, dein Magazin oder dein Portal) mit einer Art „Silo“ zu strukturieren, sind dabei die sogenannten „Hub Pages“. Auch wenn der Begriff „Hub Page“ vor allem international nicht neu ist, hat er in meinem Horizont erst mit der Veröffentlichung vom Nischenseite.de eBook Einzug gehalten.

In diesem Beitrag will ich dir erklären, was eine Silo-Struktur und was eine Hub Page ist und wie du sie in WordPress umsetzen kannst. Dabei will ich inbesondere erklären, wie du die normalerweise recht dürftige URL-Struktur von WordPress in den Griff bekommen kannst, um deine Struktur auch auf URL-Ebene umzusetzen.

Bevor es losgeht noch ein kleiner Hinweis: Der Beitrag ist recht lang, also hol dir ruhig einen Kaffee. Falls du dafür eh keine Zeit hast, dann spring direkt zum tl;dr ganz unten oder nutze das Inhaltsverzeichnis.

Und dann noch ein Hinweis: Der Beitrag zeigt nur einen Weg, wie man die Problematik angehen kann. Mir Sicherheit ist das nicht der einzige Weg und wahrscheinlich auch nicht unbedingt der beste. Aber so mache ich es eben 😉

Was ist eine Silo-Struktur?

Begriffe, die rund um das Thema Silo immer wieder fallen sind z.B. „Content Siloing„, „Silo Structures Websites“ oder einfach „SEO Silos„. Aber was soll man darunter verstehen?

Wikipedia sagt, ein Silo ist „ein großer Speicher für Schüttgüter“. Aha. Das hilft nicht wirklich weiter, weil der Inhalt deiner Website (hoffentlich) nicht als Schüttgut zu bezeichnen ist.

Was allerdings weiterhilft, um eine Silo zu verstehen, ist die vertikale Struktur. Ein Silo hilft dabei, den Inhalt deiner Website von oben nach unten zu strukturieren. Das ist nicht nur für den User und späteren Leser deiner Inhalte wichtig, sondern auch für die Suchmaschine. Denn: Je besser deine Seite strukturiert ist, desto bessern können Menschen und Maschinen ihren Inhalt und ihre Relevanz zu bestimmten Themengebieten erfassen.

Content-Silos
So sieht eine sehr stark vereinfachte Silo-Struktur aus. Keine Angst, das wird gleich noch detaillierter…

Ein Silo strukturiert deine Website also vertikal. Von oben nach unten. Und wie genau?

Anstatt eine Startseite anzulegen und dort alle Beiträge anzeigen zu lassen (wie es oft bei privaten Blogs passiert), sollte man die Inhalte nach Unterthemen sortieren und dann in jeweiligen Bereichen zu den Unterthemen zusammenfassen – also in den sogenannten Silos. Soweit ist dir das vielleicht schon bewusst.

Um solche Silos zu erzeugen, eignet sich (vor allem bei einer WordPress-Seite) eine jeweils übergeordnete Seite, die alle allgemeinen Infos zum Thema bietet und als Landingpage für den User fungiert. Denn: WordPress kennt von Haus aus zur Sortierung von Beiträgen erstmal nur Kategorien und Tags.

Kategorien und Tags verfügen dann jeweils über Archive, in denen alle darin enthaltenen Beiträge aufgelistet sind. Meistens ist das nicht besonders hübsch und lässt sich auch nicht wirklich gestalten. Maximal mit einer kurzen Kategorie-Beschreibung ohne Bilder oder sonstige Elemente. Das ist keine gute Voraussetzung für eine hohe Position in der Suchmaschine deiner Wahl.

Also bieten sich richtige Seiten in WordPress an, denn die lassen sich frei gestalten. Aber wenn ich nun eine Seite (später „Hub Page“ genannt) und eine Kategorie zu dem exakt gleichen Thema habe, sind mindestens zwei beteiligte Parteien verwirrt: Dein Leser und der Bot der Suchmaschine.

Die Lösung dafür lautet: Hub Pages und 301-Weiterleitungen der Kategorien. Ich erkläre jetzt zunächst die Hub Pages.

Was ist eine Hub Page?

Die Verwendung des Begriffes Hub Page ist in meinem Horizont erst mit dem (empfehlenswerten) eBook von Soeren aka Eisy aufgetaucht. Wenn du dir alle nötigen Grundlagen rund um Nischenseiten und Hub Pages im Speziellen anlesen willst, dann kann ich dir an dieser Stelle die Mitgliedschaft bei Nischenseite.de* und das dort verfügbare eBook ans Herz legen.

Der Begriff Hub Page existiert allerdings (in einer leicht anderen Verwendung) schon länger. Ich will hier nochmal erklären, was eine Hub Page im Kontext dieses Artikels ist:

Eine Hub Page beschreibt eine Landingpage zu einem bestimmten (Unter-)Thema, die interessierte User informiert, an die Hand nimmt und intern (oder auch extern) weiterleitet, damit ihr Suchbedürfnis befriedigt wird.

Als Beispiel für gut gemachte Hub Pages kann ich euch den Fahrradblog von Soeren ans Herz legen. Zum Beispiel diese Unterseite über Fahrradbrillen im Test.

Dort findest du neben einem Inhaltsverzeichnis, Conversion-Elementen, eigenen Bildern und Tabellen auch interne Links zu speziellen Testberichten.

Hub Pages in Kombination mit der Silostruktur

Nun will ich dir erklären, wie man das Konzept der Hub Pages mit den oben beschriebenen Content Silos verbinden kann. Dabei will ich zunächst auf das schematische Konzept heraus. Der technischen Umsetzung widme ich mich später.

Um einen guten Eindruck davon zu bekommen, wie ich das Prinzip der Hub Page mit den Silos kombiniere, habe ich die folgende Grafik erstellt. Darin wird anhand des Beispieles Autoreifen ein Teil einer möglichen Seitenstruktur erläutert. Dabei ist Autoreifen das Hauptthema der gesamten Seite.

Silostruktur mit Hubpages
Eine grobe Strukturierung mit Hub Pages (Klick aufs Bild, um die Grafik zu vergrößern)

Hier bilden die Hub Pages die Startseiten für die einzelnen Content-Silos. Sie dienen später als Landingpages für Nutzer, die auf der Suche nach übergeordneten Keywords (im Beispiel sind das „Sommerreifen“, „Winterreifen“ und „Felgen) auf unserer Seite einsteigen.

Dabei sind die Hub Pages unbedingt von der Startseite aus verlinkt (bestenfalls über das Hauptmenü) und verlinken ihrerseits auch wieder zurück auf die Startseite (was ja ebenfalls über das Menü oder den Header geschieht)

Ein paar Worte noch zu der in der Grafik gezeigten Verlinkung (dargestellt durch die Pfeile):

Verlinkung von Hubpages

Die schwarzen Pfeile (die jeweils wechselseitig verlinkt sind) stellen die Hauptstruktur der internen Verlinkung dar. Sie geht von der Startseite auf die Hub Pages (und zurück) und von den Hubpages auf die jeweiligen Beiträge oder Unterseiten (und zurück).

Die gestrichelten Pfeile sind sozusagen „freiwillig“ und stellen eine interne Verlinkung dar, die inhaltlich sinnvoll ist. Diese kann entweder innerhalb eines bestimmten Silos stattfinden (grün), oder auch – wenn es thematisch passt – über die Grenzen von Silos hinaus gehen (rot).

Eine thematisch passende Verlinkung innerhalb eines Silos wäre zum Beispiel ein Link aus einem Praxistest der Felge XY zu einem Beitrag über das Thema „Felgen reinigen“. Oder du verlinkst aus dem Fazit eines Praxistests von Felge 1 auf den Test von Felge 2, weil sich diese als Alternative für breitere Reifen anbietet.

Eine passende Verlinkung außerhalb eines Silos wäre beispielsweise ein Link aus einem Beitrag über das Thema „Winterreifen einlagern“ zu dem Beitrag über „Felgen reinigen“, falls die Felge beim Einlagern des Reifens schmutzig geworden ist.

Diese Beispiele sind vielleicht nicht unbedingt realistisch (ich habs nicht so mit Autos), aber ich denke du verstehst, worauf ich hinaus will.

Hub Pages in WordPress umsetzen

Jetzt geht es darum, die eben theoretisch erläuterte Struktur mithilfe von WordPress (und einigen Plugins) technisch umzusetzen. Und ganz so einfach, wie du vielleicht denkst, ist das bei WordPress leider nicht.

Die Krux mit den Kategorien

WordPress arbeitet als Blogging-CMS mit Kategorien. Diese werden in der Regel genutzt, um Beiträge zu Oberthemen zusammenzufassen. Und das ist ja eigentlich genau das, was unser Ziel ist. Eigentlich.

Denn es gibt ein Problem: Kategorien lassen sich in WordPress kaum vernünftig getalten und eignen sich damit einfach nicht als Landingpage. Es gibt natürlich Themes, die sich dieser Problematik annehmen (z.B. das Affiliatetheme.io*), aber dann ist man eben an ein Theme gebunden. Und genau das versuche ich zu vermeiden.

Seiten anstatt Kategorien nutzen

Also benutze ich für meine Hub Pages in WordPress Seiten. Seiten lassen sich extrem frei gestalten und haben einen völlig zeitlosen Charakter. Genau das brauche ich für meine Hub Page.

Ich erstelle also für jedes Oberthema, für das ich eine Landingpage für den Besucher haben möchte, eine eigene Seite. In meinem Beispiel sind das dann „Sommerreifen“, „Winterreifen“ und „Felgen“. Diesen gebe ich entsprechend aussagekräftige Titel und auch URLs:

  • www.autoreifen-test24.de/winterreifen/
  • www.autoreifen-test24.de/sommerreifen/
  • www.autoreifen-test24.de/felgen/

Auf diesen Seiten kann ich nun unterschiedliche Elemente einbauen. Ich habe zum einen die Chance z.B. Vergleichstabellen zu integrieren, direkt Produkte einzubinden und zu externen Shops weiterzuleiten (z.B. mit Amazon Simple Affiliate* aka ASA2) oder aber den Leser intern weiterzuleiten, um weitere Informationen zu finden.

Gerade letzteres ist mein absoluter Favorit. Der User steigt bei mir beispielsweise mit dem Suchbegriff „Winterreifen“ oder vielleicht auch „Winterreifen Test“ auf der Hub Page ein. Was genau seine Absicht bzw. Suchintention ist, kann ich (vor allem bei ersterem Suchbegriff) nur erraten.

Dem Leser unter diesen Umständen einen einzelnenTestbericht zu einem konkreten Winterreifen anzubieten, wäre wenig sinnvoll. Ich möchte hier eine Übersicht über all meine Testberichte und Ratgeber rund um Winterreifen integrieren. Das kann in Form einer Vergleichstabelle, einer Liste, oder kurzen Auszügen aus den Beiträgen geschehen. Letzteres wäre so ähnlich, wie eine Kategorie in WordPress funktionieren würde.

Wie du Beiträge in die Seiten integrieren kannst? Das will ich dir gerne beantworten.

Beiträge in Seiten integrieren

Um in WordPress Blogbeiträge in Seiten zu integrieren, benutze ich eines meiner absoluten Lieblingsplugins: Shortcodes Ultimate.

Einmal installiert, erlaubt das Plugin das Hinzufügen allerlei Shortcodes auf Seiten und in Beiträgen. Wichtig für unsere Zwecke ist der Shortcode „Posts“.

Shortcodes Ultimate Posts einfügen

Damit lassen sich Posts (also Beiträge) auf unserer Seite bzw. Hub Page integrieren. Und zwar gefiltert nach unterschiedlichen Eingenschaften wie Kategorien oder Tags. Außerdem lassen sich diese Posts in verschiedenen Templates ausgeben:

  • als Bulletpoint-Liste („list-loop“)
  • mit großem Vorschaubild und Textauszug („default-loop“)
  • mit kleinem Vorschaubild und Titel („teaser-loop“)
  • als kompletter Post („single-post“)

Wer es technisch drauf hat, kann sogar eigene Templates erstellen oder vorhandene verändern.

Ich habe mit diesem Plugin also die Möglichkeit, auf einer Seite (meiner Hub Page) meine Beiträge (z.B. Testberichte oder Ratgeberartikel) anhand von selbst definierten Eigenschaften (z.B. Kategorien) auszugeben.

Das ist ja genau das, was ich wollte. Ich habe eine schicke Landingpage nach meinem Geschmack, auf der ich neben zahlreichen Informationen, Vergleichstabellen und Conversionelementen meinen User weiterleiten kann, wenn er weitere Informationen sucht. Sei das nun ein Testbericht zu einem bestimmten Reifen oder ein Ratgeber, wie man den Luftdruck richtig messen kann.

Dann bin ich jetzt fertig? Leider nein.

Die Sache mit der URL-Struktur

WordPress ist, wie wir eben festgestellt haben, ursprünglich nicht auf unser Vorhaben ausgelegt gewesen. Die URL-Struktur ist normalerweise ziemlich dürftig und aus SEO-Sicht alles andere als optimal. Das hat verschiedene Gründe, wobei nur einer wirklich relevant ist…

Permalink Einstellungen

Damit die hier gezeigte Variante funktioniert, solltest du deine Permalink-Einstellungen anpassen. Diese findest du unter „Einstellungen“ – „Permalinks“.

Wähle dort „Benutzerdefiniert“ aus und für den folgenden Ausdruck in dem Feld ein:

/%category%/%postname%/

Das sieht dann so aus:

Permalink Einstellungen WordPress

Das führt dazu, dass später auch in der URL-Struktur deine Kategorie mit angezeigt wird, auch während derArtikel aufgerufen ist.

Kategorie-Slug: Weg damit oder drin behalten?

WordPress verfügt über den sogenannten Kategorie-Slug. Dieser lautet standardmäßig „category“ und steht auf unterster URL-Ebene, wenn sich ein User innerhalb einer Kategorie oder Unterkategorie befindet. Das sieht dann (wenn sich ein User in der Kategorie „Winterreifen“ befindet) so aus:

www.autoreifen-test24.de/category/winterreifen/

Wichtiger Hinweis:
Wichtig ist hier, dass die Kategorie in meinem Beispiel genau so heißt, wie die oben angelegte Hub Page. Das einzige, was die URLs voneinander unterscheidet, ist der Kategorie-Slug (/category/).

Wenn der User die Kategorie verlässt, also einen Beitrag innerhalb der Kategorie öffnet, verschwindet der Slug wieder. Die URL eines einzelnen Beitrags in der Kategorie „Winterreifen“ lautet also:

www.autoreifen-test24.de/winterreifen/beitrag-1/

Viele WordPress Nutzer empfehlen nun, den Kategorie-Slug einfach zu entfernen. Dafür gibt es zahlreiche Plugins, wie z.B. das viel genutzte Yoast SEO.

Ich empfehle das jedoch nicht. Und ich will erklären warum.

Würde ich in meinem Beispiel den Kategorie-Slug entfernen, dann lautet die neue URL meiner Kategorie folgendermaßen:

www.autoreifen-test24.de/winterreifen/ und wäre damit identisch zur URL der weiter oben angelegten Hub Page.

Was WordPress in diesem Fall tut, ist ganz einfach: Beim Battle Kategorie vs. Seite gewinnt die Kategorie. WordPress überlagert also einfach unsere eben angelegte Hub Page mit der Kategorieseite zu Winterreifen. Und die sieht ja bekanntlich bescheiden aus, und soll weg.

Also bleibt der URL-Slug drin. Wir werden uns dem Problem auf andere Weise nähern…

Kategorieseiten per 301 auf Hub Pages weiterleiten.

Jetzt kommt ein zweites nützliches Plugin zum Einsatz: Simple 301 Redirects.

Dieses Plugin erlaubt es, ohne Ahnung von .htaccess-Dateien oder sonstigem tiefergehenden Wissen einfache 301-Weiterleitungen in einem WordPress-System einzurichten.

Eine 301-Weiterleitung ist eine permanente Weiterleitung. Sie signalisiert der Suchmaschine, dass eine URL dauerhaft auf eine andere URL umgezogen wurde.

Mithilfe des Plugins richte ich nun 301-Weiterleitungen von meinen Kategorie-Seiten zu meinen Hub Pages ein. Das sieht dann so aus:

301 Weiterleitung von Kategorien in WordPress

Alternative: Weiterleitung per .htaccess
Wenn du dich rantraust, kannst du die 301-Weiterleitungen auch in der .htaccess Datei anlegen. Dazu kannst du einfach den folgenden Abschnitt verwenden:

RewriteEngine On
RewriteBase /
RedirectMatch 301 /category/(.*) /$1

Weitere Infos zur 301-Weiterleitung findest du hier bei Dr Web.

Der Vorteil hiervon ist, dass Plugins WordPress immer ein wenig ausbremsen und gerade bei vielen im Plugin eingetragenen Weiterleitungen die Performance sinken kann.

Ruft nun also ein User (oder ein Suchmaschinen-Bot) die Kategorie-URL www.autoreifen-test24.de/category/winterreifen/ auf, wird er auf die Hub Page www.autoreifen-test24.de/winterreifen/ weitergeleitet. Die Kategorieseite ist damit „verschwunden“.

Noch ein Hinweis zu den 301-Weiterleitungen: Einige Onpage-Optimierungs-Tools mögen interne 301-Weiterleitungen nicht besonders. Es ist auch ehrlich gesagt aus SEO-Sicht kein wirklich schöner Weg, den ich hier benutze. Aber gerade bei Nischenseiten und kleinen Projekten ein in meinen Augen vertretbarer „Schnitzer“. SPätestens, seitdem Google bestätigt hat, das bei 301-Weiterleitungen die volle Linkpower weitergegeben wird, mache ich mir keine Sorgen…

Die finale URL-Struktur: Alles fertig

Und damit bin ich schon am Ziel angekommen. Die URL Struktur ist fertig und genau meiner schematischen Grafik nachempfunden.

Kommt der User auf der Startseite an, kann er sich von dort direkt zu den Hub Pages mit den einzelnen Themengebieten durchklicken. Wahrscheinlich landet er aber ohnehin eher auf der Hubpage (weil man mit der deutlich einfacher ranken kann, da die Bereiche nicht so stark umkämpft sind) und kann sich von dort aus entweder direkt zum Shop (z.B. Amazon) oder intern zu euren Beiträgen durchklicken.

Auf URL-Basis sieht das dann so aus:

www.autoreifen-test24.de/ –> www.autoreifen-test24.de/winterreifen/ –> www.autoreifen-test24.de/winterreifen/beitrag-1/

Der Leser und der Suchmaschinen-Bot begeben sich also auf der URL-Ebene immer einen Schritt nach unten. Das ist eine absolut nachvollziehbare Struktur, die viele Themes z.B. auch in den sogenannten Breadcrumbs darstellen:

Wordpress Breadcrumbs

Wenn die interne Verlinkung aus den Beiträgen heraus ensprechend gut gemacht ist, kommt der User von jedem Beitrag mit einem Klick entweder zu weiteren interessanten Beiträgen, oder er klickt sich (entweder durchs Menü, die Breadcrumbs oder durch einen Textlink) zurück auf die Hub Page.

Warum nicht nur mit Seiten arbeiten?

Das Beiträge in WordPress von Natur aus keine sinnvolle URL-Struktur haben, habe ich schon erklärt. Aber warum nicht einfach Seiten nehmen?

Seiten bieten in WordPress schließlich Unterseiten an, die im Endeffekt zu einer ebenso schönen URL-Struktur aufgebaut werden können.

Der Grund, warum ich Seiten dennoch Vermeide, sind die Sortierungsmöglichkeiten, die sich durch Kategorien und Tags ergeben. Denn die kann man immer nur Beiträgen zuweisen.

Damit kann ich (wie z.B. oben anhand von Shortcodes Ultimate gezeigt) Beiträge sortieren und gruppieren, wie es mit Seiten schlichtweg nicht möglich wäre.

Weitere Anregungen: Arbeiten mit Tags

Nachdem die URL-Struktur nun auch bei dir (hoffentlich) steht und die ersten Hub Pages und zugehörige Beiträge fertiggestellt sind, will ich dir noch ein paar Anregungen zur Benutzung von Tags mit an die Hand geben.

Tags eignen sich wunderbar, um innerhalb von Kategorien und auch über die Grenzen von Kategorien hinweg Beiträge zu gruppieren.

Du könntest beispielsweise einen Tag mit dem Titel „Testbericht“ anlegen und diesen Tag jedem Beitrag mit einem (echten 😉 ) Test zuordnen. Das würde dazu führen, dass du alle Testberichte (egal ob Winterreifen, Sommerreifen oder Felgen) unter einem einzigen Tag versammelt hast.

Diesen Tag könntest du auf einer entsprechenden Landingpage (bzw. Hub Page) zum Thema „Autoreifen Test“ mithilfe von Shortcodes Ultimate ausgeben lassen. Diese Landingpage könnte natürlich auch deine Startseite sein.

Ein weiteres Beispiel für Tags könnte man am Beispiel von Smartphones machen:

  • Startseite: Smartphones
  • Hubpages: Apple Smartphones, Samsung Smartphones, HTC Smartphones, …

Nun könntest du z.B. den Tag „wasserfest“ anlegen und eine Hub Page zum Thema „Wasserfeste Smartphones“ erstellen, auf der wieder mit Shortcodes Ultimate alle Beiträge mit dem entsprechenden Tag gesammelt sind.

Hinweis:
Die URL-Struktur funktioniert später nur auf Basis der Kategorien, nicht auf Basis der Tags. Die wirklich wichtige Hauptstruktur erfolgt also mit Kategorien (um die Silos zu erzeugen) und niemals mit Tags.

tl;dr: Alle Schritte nochmal stichpunktartig

Du hast keine Lust gehabt, alles zu lesen? Oder du willst nochmal alle wichtigen Punkte zusammengefasst? Hmm, na gut. Dann hier nochmal das grobe Vorgehen stichpunktartig als Checkliste:

  • Landingpages zu Unterthemen (/beispielthema/) auf deiner Seite anlegen
  • Zugehörige Kategorien mit exakt dem gleichen URL-Slug erzeugen
  • Kategorie-URLs (/category/beispielthema/) per 301-Weiterleitung auf Landingpage (/beispielthema/) umleiten,
  • Beiträge aus der Kategorie mit Shortcodes Ultimate auf der Landingpage einbinden
  • Landingpage frei gestalten und glücklich sein

Fazit zu Hub Pages, URL Struktur und Content-Siloing

Ich hoffe ich habe es mit diesem Beitrag geschafft, mein Verständnis einer funktionierenden und aus SEO-Sicht sinnvollen URL-Struktur verständlich zu machen.

Der von mir beschriebene Weg ist sicherlich nur einer von mehreren möglichen Wegen, die URL-Struktur in WordPress anzupassen und gleichzeitig schöne Landingpages für deine Leser zu erzeugen. Ein anderer Weg wären beispielsweise die oben angesprochenen Affiliatethemes.

Und jetzt du: Hast du Anmerkungen oder Fragen zum Thema? Oder Vorschläge, wie man anders oder gar besser vorgehen könnte? Dann hinterlass gerne einen Kommentar.

Über Lukas Kurth 55 Artikel
Ich bin Lukas, bin Student und berichte hier mehr oder weniger regelmäßig darüber, wie ich den einen oder anderen Euro im Internet verdiene. Ich bin übrigens kein Guru und kein Experte. Sollte sich das ändern, sage ich natürlich sofort Bescheid.
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22 Kommentare zu Hub Pages in WordPress: So funktioniert deine Silostruktur auch auf URL-Ebene

  1. verstehe nicht ganz warum ihr es euch damit so schwer macht…man kann doch einfach keine Kategorie vergeben und alle Subpages manuell in einer Seite linken….fazit…viel einfacher, immer aktuell (wenn man sich dranhält), keine slugs, kurze ULRs etc…

    • Dann musst du jede Seite jedes mal händisch aktualisieren, wenn du einen neuen Testbericht veröffentlichst. Für mich ist das keine Alternative, deshalb lasse ich es vom Plugin erledigen.

  2. Wie immer sehr gute Arbeit, Lukas!
    Wunderbar strukturiert aufbereitet und anschaulich erklärt.

    Wenn man erst mal raus hat, wie es geht, klappt das eigentlich ganz gut so. 🙂

  3. Sehr schöne Anleitung. Auch das mit den Plugins sind gute Ideen, wobei ich das dann direkt im Theme umsetze, ohne Plugin. Das hält das WordPress schlank und bremst es nicht so. Vor allem der Simple Redirect ist super, aber ab einer gewissen Menge eine halb angezogene Hamdbremse.

  4. Hi Lukas,

    wieder ein Superartikel – habe lange gebraucht um es ganz zu verstehen, aber du hast es 1a erklärt. Hast du auch Ideen oder Tipps wie man interne Links „automatisieren“ kann?

    Danke dir.
    Christian

  5. Sehr schön das Thema aufbereitet – vorallem der Hinweis mal Tags sinnvoll, also horizontal, zu nutzen ist ne gute Idee.

    Gerade wen man aber prof. Themes einsetzt geht der Trend aber dazu hin das das Theme das Problem lößt in dem es dir die gleichen Möglichkeiten im Design gibt wie für einen Page/Beitrag. Setze da auf reHub und Divi zum Beispiel.
    Meist gibt es ja auch zusätzliche Gründe die ca 45US für ein Theme einzusetzen.
    Shortcode Ultimate ist da natürlich „unabhängiger“ ist aber auch nicht besonders schlank mehr

  6. Was für ein geiler Artikel ! Nach so etwas habe ich vor ein paar Tagen gesucht und echt wenig Infos gefunden. Mein Problem das ich nicht genau weiß wie ich meine Informationsarchitektur aufbauen soll , ob mit Unterseiten oder Kategorieseiten.

    Ich habe mein Hauptkeyword auf der Startseite festgelegt es handelt sich um das Oberprodukt. Dann habe ich 10 Unterseiten erstellt zu jeweils „Produkt + Spezialiserung“ weil es da echt immer hohes SV gab.

    In den einzelnen Unterseiten gibt es dann einen langen Informationstext und die Produkte zu dem jeweiligen Thema.

    Den Vorteil den ich darin sehe die URLS sind wahnsinnig kurz. Nachteil die Seiten sind statisch und ich muss jedes mal wenn ich neue Produkte in WordPress hinterlege die jeweilige Seite auch ändern. Mit Kategorien hätte ich das Problem nicht mehr.

    Auf der anderen Seite denke ich ,das ich eh nur 6-9 Produkte pro Unterseite dort listen möchte , das heißt ich baue das ganze einmal auf und das wars. Und wenn ich mal neue Produkte einfüge dann muss ich die nicht unbedingt in die jeweilige Unterseite ergänzen. Der Kunde kann ganz einfach über den Produktfilter gehen und würde sie dann auch sehen.

    Zum Punkt Übergeordnete Seitem , das hat mir auch echt Fragezeichen bereitet. Jetzt ist es momentan so ich habe die Startseite und 10 Unterseiten die gleichwertig sind ich habe keine Mutterseite so zusagen.

    Was kannst du dazu sagen ? Also wenn ich im Unterthema noch ein thema finde und schreiben möchte lar würde ich die Unterseite als Elternseite angeben.
    Oder denkst du es wäre besser Startseite Eltern Attribut und die 10 Unterseiten drunter laufen zu lassen damit ich so ein Silo habe ? ist es dann für google besser ersichtlich ?
    die URL würde sich dann etwas verlängern , ist denke auch nicht problematisch

    im Endeffekt geht es hier echt um die letzten 10 Prozent die man noch rauskitzeln will.

    Abschließend kann ich aus meiner Erfahrung sagen nicht alles versuchen zu Perfekt zu machen , wenn ich überlege über was ich mir alles Gedanken mache von coolem Logo bis die perfekte Informationsarchitektur , alles sollte Im Verhältnis Zeit Nutzen stehen.

    ABer ich bin gespannt auf deine Antwort , super Intressantes THema !!

    Gruß
    Simon

    • Ich glaube hier geht es nicht um die letzten 10%, sondern eher um die letzten 0,1%.

      Die Silo-Struktur ist nur ein Vorschlag und wird hier im Artikel von mir auch anders angewendet als bei anderen Leuten. Es gibt leute, die keine Links außerhalb des Silos für sinnvoll erachten – das leuchtet mir nicht ein, aber ich kann auch nicht sagen, dass sie nicht recht haben. Ich weiß es schlichtweg nicht. Ich bin ein Fan von Verlinkungen an den Orten, an denen sie sinn machen.

      Zu der Frage Unterseiten/Kategorieseiten: In meinem Artikel setze ich ja auf die Seiten, weil Kategorien nicht gestaltbar sind. Die Produkte lege ich dann als Beiträge an. Die Beiträge liste ich dann mit Shortcodes Ultimate auf der Seite an. So habe ich die „Freiheit“ einer Seite und die aktualisiert sich von alleine, wenn ich Produkte hinzufüge – also Vorteile aus beiden Welten.

      Mit Unterseiten (also startseite.de/seite1/unterseite) müsste das genau so funktionieren, wie im Artikel auch. Dort müsste dann entsprechend eine Unterkategorie mit der gleichen URL Struktur angelegt werden.

  7. Sehr guter Beitrag nach einer längeren Pause!

    „Der Grund, warum ich Seiten dennoch Vermeide, sind die Sortierungsmöglichkeiten, die sich durch Kategorien und Tags ergeben. Denn die kann man immer nur Beiträgen zuweisen.“

    Ich arbeite nur mit „Pages“. Das Problem habe ich mit dem einfachen und kostenlosen Plugin „Add Categories to Pages“ gelöst.

    Die Verlinkung zwischen Silos soll man vermeiden und das hat mir die Arbeit ziemlich schwer gemacht. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich das nächste mal wieder mit der Silo Struktur arbeiten möchte.

  8. …und ich habe vergessen zu erwähnen:
    die Seitenleiste dürfte man nicht vergessen, weil dadurch werden die Silos auch intern verlinkt. Sehr oft sind die Seitenleisten dermaßen überfüllt, dass die ganze Silo Struktur keinen Sinn mehr macht. Prinzipiell sollte man einen separaten Seidbar für jeden Silo gestalten.

    • Ich habe hier „Silos“ sicherlich sehr ungenau ausgelegt. Bei der klassischen Silo-Struktur verlinkt man ja eigentlich nicht untereinander. Ich bin jedoch ein Verfechter von Verlinkungen an den Orten, an denen sie sinnvoll sind. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen. Dazu reicht mein Verständnis der Mechanismen von Google einfach nicht aus.

      Wenn du dazu eine gute Leseempfehlung hast, dann immer her damit!

  9. Hi Lukas,

    eine sehr schöne Idee. Gefällt mir wirklich.
    Hast Du ne Lösung, um auch Subkategorien in der URL-Struktur abzubilden?

    Beispiel meine Seite dreht sich um Smart-Geräte.
    Ich lege als Hauptkategorien fest
    – smartphones
    – tablets
    – smartwear

    nun möchte ich die Marken
    – samsung
    – htc
    – …

    hier mit Tags zu arbeiten macht für mich keinen Sinn, da dann entweder sowohl smartphones als auch tablets wieder mischen würde, oder ich einen tag samsung-smartphone und einen tag samsung-tablet anlegen würde.

    Lege ich die aber als Kategorien an, dann haben meine Beiträge die URL-Struktur
    http://www.meinewebsite.de/smartphone/samsung/edge7/

    das würde ich natürlich gerne mit passenden Hubseiten wie
    http://www.meinewebsite.de/smartphone/ (kein Problem, das klappt mit Deiner Methode)
    und
    http://www.meinewebsite.de/smartphone/samsung/ (hier habe ich noch keine Lösung für)
    versehen.

    Hast Du das schon gelöst, oder ne Idee?
    Der „Seite“ einen Namen mit „/“ zu geben klappt leider nicht – der wird in der URL von WordPress entfernt.

    LG,
    Marcus

    • Du kannst in WordPress doch Elternseiten festlegen! Rechts unter „Attribute“ bei „Eltern“. Und dann einfach die gleichen URL-Strukturen auf Seiten- und Kategorieebene nachbauen. Müsste eigentlich problemlos funktionieren…

  10. Hallo Lukas,

    bin jetzt erst auf Deinen Artikel gestoßen. Ich habe mich in der Vergangenheit auch immer sehr, sehr schwer getan mit der Silostruktur, wollte ich sie doch über Kategorien machen…irgendwie habe ich es mit externer Hilfe dann doch geschafft, aber sehr umständlich. Da ist es natürlich viel einfach es mit einer Seite und dem Plugin zu lösen:-)Schade, jetzt ist es aber zu spät… es hätte mir ne Menge Arbeit gespart!
    VG
    Jo

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