Für „Test“ ranken, ohne deinen Leser zu verarschen: Ein paar Anregungen

Für "Test" ranken, ohne deinen Leser zu verarschen: Einige Anregungen

Die Problematik der Fake-Test Nischenseiten wird in gefühlt jeder Facebookgruppe rund ums Thema Online Marketing mittlerweile durchgekaut. Die Lager sind extrem festgefahren und jeder wähnt sich irgendwie im Recht.

Neulinge, die entsprechende Seiten zur Diskussion posten, werden teilweise innerhalb kurzer Zeit dermaßen zerpflückt, dass ein hilfreicher Diskurs eigentlich gar nicht mehr entstehen kann. Dabei kann man den (oft sehr jungen) Neueinsteigern kaum Vorwürfe machen: Sie arbeiten genau das ab, was ihnen im entsprechenden Online Kurs vorgelebt wird und als „der richtige und einfache Weg“ verkauft wird. Manchmal mit dem Gedanken, schnell und hektisch reich zu werden. Manchmal aber auch aus finanzieller Not heraus. Reflektiert wird dabei nur leider eben selten.

Ich will die Problematik hier nicht noch weiter vertiefen (dazu demnächst an anderer Stelle mehr), aber ich möchte dafür auf ein verwandtes Thema eingehen: Ich möchte dir einige Anregungen an die Hand geben, wie du mit einer produktbezogenen Nischenseite für den Suchbegriff „Produkt XY Test“ in Suchmaschinene ranken kannst, ohne dabei deinen Leser hinters Licht zu führen.

Warum du für „Test“ ranken willst

Dir ist es vielleicht schon bewusst, aber die Wortkombination aus „Produkt“ und „Test“ zeugt von einem gewissen Kaufinteresse des Nutzers. Er sucht etweder nach einem konkreten Testbericht für ein Produkt (z.B. „Bosch GSR10,8 2LI Test“) oder nach Testberichten für die übergreifende Produktgruppe (z.B. „Akkuschrauber Test“).

Im ersten Fall hat der Käufer sich in der Regel schon beinahe für ein Gerät entschieden, möchte aber eventuell noch weitere Informationen zu dem Produkt. Im zweiten Fall sucht er nach einer Möglichkeit, mehrere Geräte einer Klasse effektiv gegeneinander vergleichen zu können. In beiden Fällen ist er wahrscheinlich kurz davor, sich ein Gerät anzuschaffen und somit für dich und deine Website der richtige Kunde. Du kannst ihm auf dem Weg zur Kaufentscheidung helfen und dafür deine Provision bekommen.

Die offensichtliche Möglichkeit: Wirklich selber testen

Um es direkt zu erwähnen: Am besten rankst du natürlich dann, wenn du wirklich echte und eigene Testberichte mit eigenem Text, eigenen Bildern und sogar eigenen Videos hast. In einigen Nischen ist das ziemlich leicht möglich, in anderen Nischen nur schwer bis gar nicht umsetzbar.

Ich habe mit eigenen Tests sehr gute Erfahrungen gemacht und kann es nur jedem ans Herz legen, es mal zu probieren. Baue eine gute Website (die auch ohne Tests funktioniert) und trete damit an entsprechende Hersteller heran. Eventuell bekommst du ja sogar kostenfreie Testprodukte.

In erster Linie soll es aber darum gehen, was du tun kannst, wenn du nicht selber testest…

Ohne eigene Tests: Ein paar Anregungen

Kommen wir also zu einigen Möglichkeiten, für den begehrten Suchbegriff zu ranken, ohne selber physisch die Produkte vergleichen zu müssen.

Negierung

Eine wunderbar einfache Möglichkeit ist es, dem Leser möglichst eindeutig klar zu machen, dass es sich auf deiner Seite NICHT um eigene Tests handelt. So gut Google auch angeblich die Syntax von Sätzen analysieren können soll – meiner Meinung und Erfahrung nach wird das (noch) nicht wirklich umgesetzt.

Sätze wie „Ich habe keinen eigenen Akkuschrauber Test gemacht, sondern lediglich meine Akkuschrauber Erfahrungen zusammengeschrieben.“ sind für Google inhaltlich nicht wirklich von der gegenteiligen Behauptung zu unterscheiden.

Übertreiben sollte man es hier natürlich nicht. Solche Texte lesen sich schnell unnatürlich und schrecken den Leser ab.

Zusammenfassung externer Quellen

Wenn du deinem Leser einen wirklich guten Überblick über die Produkte geben willst, dann fasse doch einfach echte Testquellen zusammen. Du könntst zum Beispiel unter der Überschrift „Akkuschrauber Testberichte“ auf Portale wie test.de (Stiftung Warentest), passende Magazine oder andere seriöse Onlinequellen verlinken. Damit schaffst du deinem Leser einen echten Mehrwert und steuerst thematisch passende, ausgehende Links zu.

Du kannst auch die entsprechenden Texte zusammenfassen oder einzelne Zitate entnehmen (Kennzeichnung nicht vergessen!). Ein Satz wie „Im Akkuschrauber Test vom Handwerker Magazin wurde der Akkuschrauber XYZ zum Testsieger gekürt“ ist rechtlich kein Problem. Außerdem hilft er deinem Leser weiter.

Aber Achtung: Wenn du externe Testquellen referenzierst, solltest du das Datum des Tests angeben und auch den originalen Test verlinken, falls er online verfügbar ist. Der Urheber muss in jedem Fall genannt werden. Ist ein neuer Testbericht in der verlinkten Quelle verfügbar, musst du eigentlich auch darauf hinweisen. Hier ist also eine gewisse Sorgfalt geboten.

Allgemeine Beschreibungen

Du hast außerdem die Möglichkeit zu beschreiben, worauf es bei einem seriösen Test ankommen würde. Stell dabei unbedingt sicher, dass du nicht den Eindruck erweckst, dass du selber testes.

Aber ein Satz wie „Ein seriöser Akkuschrauber Test beschäftigt sich auch immer mit dem verfügbaren Drehoment am Bohrfutter“ ist für den User hilfreich und führt ihn nicht hinters Licht. Auch hier gilt aber: Versuche bitte nicht einen gesamten Text mit solchen Formulierungen vollzustopfen um eine gewisse „Keyworddichte“ zu erreichen. Das wäre einfach Quatsch.

„test“ in der URL

Ein nicht ganz so sauberer Trick wäre es, irgendwo in der URL (bitte nicht in der Domain) das Wörtchen „test“ unzubringen. Der Einfluss ist hier nicht wirklich groß, aber vielleicht willst du es trotzdem nutzen.

Du kannst dafür entweder eine Ebene „/test/“ in der URL-Struktur hinzufügen (beispielsweise indem du eine Kategorie „Test“ erstellst) oder die URL der jeweiligen Seite bzw. des Artikels anpassen.

Wie gesagt, die Methode bringt nicht wirklich viele Rankingvorteile und kann auch den User täuschen. Achte also wieder darauf, keine falschen Eindrücke zu erwecken.

Interne Verlinkungen

Ebenfalls verwirrend für den User (aber durchaus effektiv) können interne Links mit dem richtigen Title und Ankertext sein. Wenn du irgendwo von deiner Website mit dem Ankertext „Akkuschrauber Test“ verlinkst, erklärst du Google und dem Nutzer, was er auf der jeweiligen verlinkten Seite findet.

Hier erweckt man schnell bei User einen falschen Eindruck und begibt sich damit in eine Grauzone. Ich selber würde die Finger davon lassen, wenn du nicht wenigstens einen echten Testbericht hast.

Backlinks zur Optimierung Offpage

Genau wie die interne Verlinkung kann auch eine externe Verlinkung mit dem zugehörigen Keyword hilfreich sein. Im Sinne einer natürlichen Verlinkung solltest du aber harte Ankertexte wie „Akkuschrauber Test“ nur sehr sporadisch einsetzen, um Abstrafungen zu vermeiden.

Der Ankertext des Backlinks zeigt auch bei einer externen Verlinkung dem User und der Suchmaschine, was er auf der Seite zu erwarten hat. Dementsprechend können Backlinks mit passenden Ankertexten ein riesiger Hebel sein. Experimente zeigen, dass Backlinks mit ensprechenden Ankertexten dafür sorgen können, dass Seiten zu Begriffen ranken, die auf der Seite selber gar nicht vorkommen.

Die Gefahr: Schlechte Absprungrate

So schön das schnelle Ranking für die gewünschten Suchbegriffe auch ist: Wahrscheinlich erfüllst du mit deinen Seiten nicht wirklich die Suchintention des Users. Die Gefahr ist also: Er findet nicht das, was er sucht (einen echten Test) und springt wieder ab. Google kann diese Return-to-SERPs Rate natürlich erfassen und eure demensprechend wieder abwerten.

Um das zu verhindern, müssen deine Inhalte natürlich exzellent sein und den User da halten. Gut recherchierte Inhalte, gute (eigene) Bilder, Infografiken, Vergleichstabellen und was es noch alles für Möglichkeiten gibt, den Leser von der Güte deiner Seite zu überzeugen.

Grundsätzlich gilt: Inhalte mit den richtigen Keywords kommen schnell nach vorne. Richtig gute Inhalte bleiben vorne.

Fazit: Ranking ist auch ohne Irreführung möglich

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für gewünschte Suchbegriffe zu ranken, ohne dem User dabei falsche Tatsachen aufzutischen.

Ob du diese Vorschläge nutzen willst, oder ob du es lieber bleiben lässt, ist ganz deine Sache. Bedenke: Auch ganz ohne ein Ranking für „XY Test“ kann man großartige Websites erstellen, die auch ordentlich Geld verdienen.

Einige des genannten Tipps sind sicherlich auch nicht ganz „sauber“ und können ebenfalls den User in die Irre führen. Dennoch sind sie wohl allesamt besser, als Testabläufe zu beschreiben, die niemals stattgefunden haben.

Die Liste oben lässt sich sicherlich noch ordentlich erweitern. Wenn du noch weitere Ideen hast, dann schreib sie doch gerne in die Kommentare 🙂

Über Lukas Kurth 55 Artikel
Ich bin Lukas, bin Student und berichte hier mehr oder weniger regelmäßig darüber, wie ich den einen oder anderen Euro im Internet verdiene. Ich bin übrigens kein Guru und kein Experte. Sollte sich das ändern, sage ich natürlich sofort Bescheid.
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3 Kommentare zu Für „Test“ ranken, ohne deinen Leser zu verarschen: Ein paar Anregungen

  1. Schöne Zusammenfassung. Eine Möglichkeit hast du aus meiner Sicht jedoch vergessen.

    Über die Termgewichtung lassen sich auch Rankings zu Begriffen erzielen, die auf der Webseite nicht vorkommen.

    Mithilfe dieser erkennt Google das nicht verwendet Hauptkeyword „Produkt Test“ ebenfalls, in Verbindung mit den von dir genannten Optionen wird es natürlich richtig rund.

    Hier gibt es bereits kostenlose einfache Möglichkeiten wie z.B. das WDF-IDF Tool oder demnächst auch eine Highend Variante innerhalb unseres Tools PageRanger. Die Closed Beta ist in den letzten Zügen.

    VG
    Daniel

  2. Dem ist nichts hinzuzufügen,das entspricht ziemlich genau meiner Keyword-Strategie. Ich kann diese elendige Diskussion mit den Fake-Test-Nischenseiten nicht mehr hören/lesen. Es ist auf beiden Seiten total eingefahren, genau wie Du es beschreibst.

  3. Servus Lukas,
    schön, dass Du auch die gerade sehr aktuelle Gretchenfrage beleuchtest.

    Ich habe bei meinen beiden Seiten am Ende des Textes einen Abschnitt „Transparenz-Hinweis“ eingebaut:
    Dieser hat auf einer Seite die Art „Z besitze ich und spreche daher von Test. X und Y habe ich nicht persönlich dem Wortsinn nach „getestet“, sondern eine Review auf Basis von Fremdmeinungen (…) verfasst.“
    Darüber hinaus versuche ich in diesem Hinweis, auch den (dennoch hoffentlich vorhandenen) Nutzen aufzuzeigen: „Der Nutzen des Beitrags für Dich liegt in der Bündelung, Strukturierung und Aufbereitung all dieser Infos (…).“

    Auf der zweiten Seite mache ich in diesem Transparenz-Hinweis deutlich, dass die Empfehlung bzw. meine Auswahl auf Herstellerangaben und „Sekundärquellen“ beruht.

    Wichtig in dieser Gretchenfrage ist mir, dass ich selbst keine Prozentangaben oder Sterne oder sonstige Wertungen vornehme, wenn ich etwas wirklich nicht „getestet“ habe!

    Ich hoffe natürlich, dass sich diese Offenheit und vor allem die Qualität der Inforecherche im Ranking auch auf das „Test“-Keyword durchsetzen wird.

    Liebe Grüße,
    Nic

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