PageRangers: Die neue Analyse-Toolbox im Test

Pagerangers Testbericht

Es steht ein neuer Stern am SEO-Toolbox-Himmel: Und zwar der blaue Stern der PageRangers*.

Das Analyse-Tool, dessen Logo nicht ganz weit weg von dem von Marvels Captain America ist, verspricht, die „Toolbox der Profis“ zu sein, oder zumindest zu werden.

Ich habe das Tool in den letzten Wochen in einer offenen Beta-Phase mal etwas genauer unter die Lupe genommen und berichte hier über einige meiner Eindrücke zum Tool.

Der Umfang von PageRangers

PageRangers ist in unterschiedliche Module unterteilt, die jeweils ihren eigenen Zweck erfüllen und unabhängig voneinander aktiviert und genutzt werden können.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die folgenden Module verfügbar:

  • Monitoring
  • Optimierung
  • Backlinks

Alle Module lassen sich ziemlich fix einrichten, nehmen Neulinge führend bei der Hand und leiten durch die unterschiedlichen Funktionen. Die Oberfläche von PageRangers wirkt hier sehr modern und recht aufgeräumt, so dass man sich ziemlich schnell zurecht findet.

Wenn man sich einloggt, wird man am Dashboard mit einer kurzen Übersicht über die bisher eingerichteten Projekte begrüßt, die die wichtigsten Fakten der drei Module präsentieren. In der momentanen Beta-Phase ist die Zahl der gleichzeitig eingerichteten Projekte noch auf 5 begrenzt.

Im Folgenden will ich zunächst die Module von PageRangers und ihren Funktionsumfang kurz erklären.

Das Monitoring-Modul von PageRangers

Das Monitoring umfasst bei den PageRangers zum einen die Überwachung eines selbst festgelegten Keyword-Sets und zum anderen die Beobachtung selbst festgelegter Konkurrenten.

PageRangers liefert bei der Beobachtung von Keywords und der Konkurrenten zwar Vorschläge für beides, gibt dem Nutzer aber die Möglichkeit, die Daten mit eigenen Werten zu ergänzen.

Keyword-Monitoring

Hat man PageRangers eine Liste der zu beobachtenden Keywords übergeben, geht alles ganz schnell: Innerhalb kürzester Zeit analysiert PageRangers dann die eigene Seite und die Konkurrenten zu den gewählten Keywords (in der Beta sind aktuell bis zu 300 Keywords möglich) und bereitet die Daten ansehnlich auf.

Es werden verschiedene Werte geliefert, wie die Anzahl der Keywords in den Top 10, in den Top 100 und die durchschnittliche Position.

Das Monitoring-Dashboard von PageRangers
Das Monitoring-Dashboard von PageRangers

Außerdem liefert PageRangers noch die sogenannten „Top-Chancen“ aus, die besonders aussichtsreiche Keywords aus der eigenen Liste anhand von Suchvolumen und Wettbewerb sortieren, um Vorschläge für neue Unterseiten oder Erweiterung des eigenen Contents zu geben. Ebenfalls Praktisch ist der 4 Wochen Verlauf und die Keyword-History zur Beobachtung der Entwicklung einzelner Keywords:

Keyword Ranking Verlauf
Die Keyword History und der 4 Wochen Verlauf eines Keywords

Zu guter Letzt wird der der Rankingindex ausgegeben. Hier liegt noch eine kleine Schwachstelle des Tools: PageRangers hat im Monitoring-Bereich nämlich noch keinen „universellen“ Rankingindex, der Projekte vergleichbar machen würde, wie beispielsweise die Kollegen von Sistrix oder Xovi das haben. Der Rankingindex von PageRangers berechnet sich also ausschließlich anhand des selbst festgelegten Keyword-Sets und macht Projekte somit untereinander nur schwer vergleichbar.

Das kann theoretisch dazu führen, dass (je nach beobachteten Keywords) die eigene Seite einen besseren Rankingindex als z.B. Amazon hat. Hier haben die Jungs von PageRangers auf Nachfrage hin aber noch Besserung gelobt: Der Rankingindex und seine Berechnung werden nochmal angepasst.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt bei der Beobachtung von Keywords ist das Keyword-Tagging. Damit lassen sich beobachtete Keywords in Gruppen einteilen, die dann individuell beobachtet werden können. Für jede Gruppe wird dann ein eigener Rankingindex ausgegeben, was die Vergleichbarkeit von Projekten wieder herstellen kann und das Monitoring von konkreten Keyword-Gruppen und Bereichen ermöglicht.

Mögliche Keyword-Gruppierungen wären zum Beispiel:

  • Hauptkeywords (alle Keywords, auf die eine Unterseite optimiert wurde)
  • Produkte (alle Keywords rund um konkrete Produkte)
  • Kaufabsichten („Test“, „Vergleich“, „Kaufen“, o.Ä.)
  • Zeiträume oder Orte (für saisonale oder lokale Keywords)
  • …und viele weitere Gruppierungen

Beobachtung von Konkurrenten

Kommen wir zur Beobachtung der Konkurrenz. Die vorgeschlagenen und selbst hinzugefügten Konkurrenten bekommen wie das eigene Projekt einen Rankingindex anhand des gewählten Keyword-Sets zugewiesen und lassen sich anhand unterschiedlicher Kennzahlen vergleichen.

PageRangers Rankingvergleich
Etwas unübersichtlich: Der Rankingvergleich der Mitbewerber

Etwas unübersichtlich ist dabei der Rankingvergleich (rechts im Bild) geraten, der aber wertvolle Informationen rund um die einzelnen Rankings der Mitbewerber liefern kann.

Fazit zum Monitoring-Modul

Alles in allem ist der Monitoring-Bereich der PageRangers ein ziemlich umfangreiches Tool zur allumfassenden Beobachtung von eigens festgelegten Keywords und der Konkurrenten.

Ein universeller Rankingindex würde dem Tool gut stehen, macht aber natürlich nur dann wirklich Sinn, wenn man Zugriff auf entsprechende Daten hat. Ich bin gespannt, wie sich PageRangers in diesem Punkt entwickelt.

Das Optimierungs-Modul der PageRangers

Wenn es um die Optimierung geht, zieht PageRangers eigentlich alle Register, die man für die Onpage-Optimierung der eigenen Seite benötigt. Auf dem übersichtlichen Dashboard werden die wichtigsten Infos und Verbesserungsvorschläge zusammengefasst:

OnPage Optimierung mit PageRangers
Das Dashboard des Optimierungs-Moduls (die Links und das Projekt sind von mit unkenntlich gemacht worden)

Es werden Texte, Bilder, CSS und JS Dateien analysiert, die Meta- und Headerdaten durchstöbert, die Geschwindikeit des Servers gemessen, die Inhalte auf Überschriften, Wortanzahl und alle anderen üblichen Kriterien geprüft, sowie die Struktur der Seite untersucht.

Damit hat PageRangers zwar noch keinen USP (Unique Selling Point), wie man im Marketing so schön sagt, aber hat definitiv seine Hausaufgaben gemacht.

Nach der Analyse der eigenen Seite werden die kritischsten Fehler oben aufgelistet, die am dringendsten zu beheben sind. Weiter unten finden sich dann detaillierte Hilfen zur Optimierung der eigenen Inhalte und Hinweise zum Server und anderen eventuellen Problemen.

Gerade für Anfänger im Bereich Onpage-SEO finden sich hier auf einen Blick direkt viele Baustellen, die man bei seinen Projekten angehen kann, um die eigenen Rankings in Google und anderen Suchmaschinen mit teilweise wenig Aufwand ein wenig anzuheben.

Das Backlink-Modul von PageRangers

Mal ist Content King, mal geht ohne Backlinks gar nichts. Je nachdem welchem Profi man glauben mag, hört man immer wieder unterschiedliche Sichtweisen – und das ist wohl auch gut so. Darum soll es hier aber gar nicht gehen.

Backlinks sind und bleiben wohl auch noch eine Zeit lang ein wichtiger Bestandteil von SEO. Also werden eure Backlinks natürlich auch in PageRangers überwacht.

Die Analyse von Backlinks dauert in PageRangers etwas länger als das Crawling für die Optimierung oder das Monitoring und ist zum aktuellen Zeitpunkt noch eine der kleinen Baustellen der Beta-Phase. In meinen Versuchen findet das Tool von alleine nicht alle Links meiner Projekte.

Aber dafür gibt es Abhilfe: Für Interessierte, die das Monitoring der Backlinks dennoch nutzen wollen, lassen sich aktuell Backlinks händisch hinzufügen. Diese werden dann zusammen mit den automatisch gefundenen überwacht. Außerdem gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, eine Verknüpfung zwischen Google Analytics und PageRangers herzustellen. Darüber importiert das Tool anschließend alle Referer-Quellen und checkt diese auf mögliche Backlinks.

Damit konnte ich bei meinen Projekten alle Links innerhalb kürzester Zeit in PageRangers importieren und beobachten. Dabei werden alle nötigen Infos wie Anchortext, Follow/NoFollow und ein Domain-Rank zu den Backlinks angegeben.

Dashboard des Backlink-Moduls von PageRangers
Das Dashboard des Backlink-Moduls

Angekündigt ist in einer der nächsten Versionen auch noch eine weitere Schnittstelle zur Searchconsole von Google, was eine Integration weiterer Daten und Backlinks möglich machen wird.

Interessant ist hier auch noch die Funktion des Page-Observers. Hier lassen sich Seiten hinsichtlich neuer Backlinks untersuchen, bevor der Backlink überhaupt gesetzt wurde – das ist z.B. praktisch bei Kommentar-Backlinks, die noch nicht genehmigt wurden.

Neue Backlinks beobachten
Neue Backlinks beobachten mit dem Page-Observer

Fazit zum PageRangers Test

PageRangers ist ein ziemlich junges Tool, das sich aktuell noch in der Beta-Phase befindet. An manchen Stellen mag das zwar noch auffallen, aber dennoch ist es erstaunlich, was das dreiköpfige Team hinter dem Projekt bisher auf die Beine gestellt hat.

PageRangers braucht sich, nach Abschluss der Beta-Phase, nicht hinter größeren (und teureren) SEO-Tools zu verstecken und verdient defintiv eine Chance. Vor allem der relativ günstige Einstiegspreis von 19,95 Euro pro Monat ermöglicht es auch Nischenseitenbetreibern, das Tool zu nutzen.

Ich werde der Toolbox jedenfalls über die Beta-Phase hinaus treu bleiben und kann es bisher nur empfehlen.

Wenn ihr die Funktionen von PageRangers noch eine Zeit lang kostenlos testen wollt, könnt ihr euch aktuell noch für die offene Beta-Phase anmelden:

Jetzt die PageRangers kostenlos testen

Update (15.04.2016): Neues Modul: Google Search Console

Seit ein paar Wochen gibt es nun ein neues Modul in PageRangers, dass eine Schnittstelle zu Googles Search Console bereitstellt. Darüber könnt ihr alle eure Daten aus der GSC in PageRangers importieren, auswerten und vor allem archivieren.

Die Archivierungs-Funktion ist mir persönlich dabei am wichtigsten. Da Google die Daten immer nur 90 Tage lang speichert und auswertbar macht, sind langfristige Veränderungen leider gar nicht messbar. Die Archivierung bei PageRangers macht das Ganze nun möglich.

Daten der Google Search Console in PageRangers
Daten der Google Search Console in PageRangers
Über Lukas Kurth 53 Artikel
Ich bin Lukas und arbeite im Bereich Online-Marketing seit 2010. Auf dreimarkfuffzig.de schreibe ich über Themen rund um Affiliate- und Nischenseiten und veröffentliche Testberichte verschiedener Tools.
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9 Kommentare zu PageRangers: Die neue Analyse-Toolbox im Test

  1. Ärgert mich schon, das ich das Tester-Angebot von Daniel ausgeschlagen habe :-) Wie dem auch sei, bin nun doch interessiert und dein Bericht hat mich weiter bestärkt, Buchung erfolgt nach 2 Wochen-Test über deinen Link ;-)

    Lg Sascha

    • Cool, freut mich das du dich doch noch für PR entscheidest. So oft wie da neue Funktionen zukommen, muss ich den Testbericht auch bald wieder aktualisieren. Du kannst übrigens auch einfach schon den Testaccount über meinen link buchen, dann geht der Rest von alleine.

    • Ja, es ist sogar besser als früher. Benutze es nach wie vor gerne, da viele Features dazu gekommen sind. Ich werde den Testbericht hier bei Gelegenheit mal updaten.

  2. Hallo Lukas,
    dein Testbericht hat mich überzeugt. Sehr ausführlich und wie immer klasse erklärt. Im laufe des Tages werde ich mir Pagerangers genauer anschauen.

    Grüße
    Patrick

  3. Hallo Lukas,

    Danke für den tollen Beitrag. Bin vor zwei Monaten mit meinem Blog gestartet und jetzt auf PageRangers gestoßen, dann auch gleich von denen kontaktiert worden, sehr nett. Kannst du noch ein kurzes Update geben? Bist du immer noch zufrieden damit?

    Vielen Dank und beste Grüße
    Martin

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